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Klärwerk soll für über 5 Millionen Euro energie-autark werden

v.l.: Torsten Holzhausen, Technische Leitung Stadtwerke Barsinghausen, Heiko Bartling, Leitung Klärwerk, Thomas Narajek, PFI Planungsgemeinschaft.

Barsinghausen.

Die Stadtwerke Barsinghausen haben ihre Pläne für das Klärwerk vorgestellt. Das im Jahre 1976 in Nordgoltern entstandene Gebäude reinigt das kommunale Abwasser, aber auch Industrieabwasser aus den Gewerbegebieten. Nun soll das Gruppenklärwerk für 5,44 Millionen eine anaerobe Schlammstabilisierung mit Faulgasverwertung erhalten.

„Wir haben hier einen enormen Energiebedarf, um das Wasser zu reinigen. Auch der anfallende Klärschlamm ist ein großer Kostenpunkt“, so Torsten Holzhausen, technische Leitung Stadtwerke. Rund 1.000 Euro pro Tag gibt das Klärwerk für Strom aus. Auf dem Dach wurde bereits eine Photovoltaikanlage installiert. Um in Zukunft CO² einzusparen und nahezu energieautark zu werden, soll aus dem Klärschlamm Bio-Gas gewonnen werden, welches dann in einem Blockheizkraftwerk zur Stromgewinnung genutzt wird. Dazu sollen zwei parallel betriebene Faulbehälter aus Stahlbeton auf dem Gelände des Klärwerks entstehen. Diese Türme werden rund elf Meter hoch und einen Durchmesser von 10 Metern haben und mit einer Brücke mit dem bestehenden Schlammentwässerungsgebäude verbunden sein. Außerdem werden das Blockheizkraftwerk und ein Gasspeicher entstehen. Dadurch, dass Bakterien den Schlamm fressen und Gas erzeugen, wird das Klärwerk in Zukunft rund ein Drittel weniger Schlamm entsorgen müssen. Dies entspricht rund 1.700 Tonnen. Der Schlamm wird von der Landwirtschaft genutzt. Auch wird das Klärwerk weniger Strom einkaufen müssen. Die entstehende Wärme wird ebenfalls vom Klärwerk genutzt. Nach Umsetzung der Maßnahmen trägt der Stadtentwässerungsbetrieb mit einer CO²-Einsparung von 415 Tonnen im Jahr zum Klimaschutz bei.

Für die Bauplanung entschieden sich die Verantwortlichen, nach einer europaweiten Ausschreibung, für das Planungsbüro PFI aus Hannover. Dieses hatte bereits 1976 das Klärwerk geplant. Auch alle Baubetriebe stehen bereit, so dass im August der Bau beginnen soll. Inbetriebnahme wird im Oktober 2021 und der Projektabschluss im Dezember 2021 sein.

Die Investitionen betragen 5,44 Millionen Euro brutto. Zur Umsetzung des Projekts werden erhebliche Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für Maßnahmen der Energiegewinnung und Energieeffizienz in Höhe von einer Million Euro zur Verfügung gestellt.

Den Bürgern sollen aufgrund der Bauvorhaben keine höheren Kosten für Abwasser entstehen.