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"Wohnen 2030": Gegen Wohnungsnot am Weltarmutstag

Foto: pixabay

Region.

Am Weltarmutstag, der jährlich am 17. Oktober stattfindet, stellen Landesarmutskonferenzen aus Niedersachsen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland das Thema „Wohnungsnot“ in den Mittelpunkt ihrer bundesweiten Aktionen. In Niedersachsen findet am 17. Oktober, 17 Uhr, in Hannover, am Kröpcke, die Aktion „Wohnen 2030“ statt, bei der Aktivisten der Landesarmutskonferenz (LAK) Niedersachsen und der Betroffeneninitiative Gruppe Gnadenlos Gerecht mit einer Installation einen Blick in die Zukunft des Wohnens im Jahre 2030 werfen.
Klaus-Dieter Gleitze, LAK-Geschäftsführer, betont: „Mit dieser Installation aus Papphäuschen, Schlafsack und Kartons stellen wir die Frage: Wollen wir eine Gesellschaft, in der im Jahr 2030 solche prekären Formen des Wohnens flächendeckend stattfinden, wenn der gegenwärtige Trend nicht gebrochen wird? 2016 hatten wir circa 850.000 Wohnungslose, laut Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W). Die Prognose für 2018 liegt bei circa 1,2 Millionen. Als wohnungslos gilt, wer keine dauerhafte Wohnung hat und stattdessen in Unterkünften lebt, in denen der Aufenthalt zeitlich begrenzt ist. Wir wollen mit der Aktion am 17. Oktober die Öffentlichkeit für diese Situation sensibilisieren. Interessierte können in der Installation probewohnen, ein Polaroidfoto davon mitnehmen und bei einem Quiz zum Thema kleine Preise gewinnen. Am 18. Oktober geht es im Rahmen einer öffentlichen Diskussion dann um die Frage, inwieweit alle gesellschaftlichen Gruppen angemessen beteiligt werden an einer Finanzierung der Lösung der Wohnungsnot. „Stichwort Geld – Brauchen wir eine gerechtere Umverteilung?“: unter diesem Motto diskutieren Jörg Bode, stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzender im niedersächsischen Landtag, und Klaus-Dieter Gleitze, Landesarmutskonferenz, gemeinsam mit Interessierten im Treffpunkt der katholischen Kirche ka:punkt, Grupenstraße 4, von 16 bis 17 Uhr bei kostenlosem Kaffee und Kuchen. Die Diskussion ist Teil der Gesprächsreihe „Politik-Talk“ der LAK, die unter anderem der Politikverdrossenheit gerade bei Menschen mit wenig Einkommen entgegenwirken soll.“

Die Landesarmutskonferenzen stellen folgende Mindestforderungen: Keine Finanzierung der Wohnung vom Hartz-IV-Regelsatz und Stopp von „Zwangsumzügen“, Verbot der Aufrechnung von Mietkautionen und Genossenschaftsanteilen mit dem Regelsatz und die Übernahme der tatsächlichen Haushaltsenergiekosten. Die LAK Niedersachsen fordert darüber hinaus einen deutlichen Ausbau des sozialen Wohnungsbaus, die Schaffung einer Landeswohnungsbaugesellschaft und von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Klaus-Dieter Gleitze, LAK-Geschäftsführer, unterstreicht: „Wohnungsbauförderung ist Armutsbekämpfung. Armutsbekämpfung überwindet die Spaltung unserer Gesellschaft, sie ist ein wesentlicher Beitrag für mehr Demokratie und gegen Rechtsextremismus.“