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Ausgeschlossen: Nila darf nicht mitspielen

Die fünf Monate alte Nila darf nicht mit anderen Welpen spielen.

Northen.

Die fünf Monate alte Nila, ein reinrassiger Staffordshire Terrier, darf nicht mit anderen Hunden spielen: und das wegen ihrer Rasse. Diese Erfahrung musste ihre Besitzerin, Anna Gerstner, nun vor wenigen Tagen bei einem Hundespielplatz in Northen machen. Der Hundepark wurde der Hundemutter von einer Bekannten empfohlen. "Unsere kleine Nila hatten wir noch im Auto, da wir das erste Mal da waren und uns erst einmal bei der Betreiberin vorstellen wollten", erinnerte sich Gerstner an den Tag. "Als die Frage aufkam, welche Rasse wir besitzen kam ein großen "Oh" mit erschrecktem Blick. Sie war nicht sehr begeistert und erläuterte uns, dass sie diese Hunderasse nicht mehr auf den Hundespielplatz lässt und das wir daran nicht teilnehmen können." Grund sollen drei Beißvorfälle von Staffordshire Terrier in der Spielstunde gewesen sein, weswegen die Hundeparkbetreiberin nach eigenen Angaben "Rücksicht auf andere Hundebesitzer und Kunden" nehmen musste.
"Wir versuchen mit unserer Hündin Kontakt mit anderen Hunden zu suchen und den Umgang mit größen Hunden zu lernen. Wie sollen wir das machen, wenn wir aus solchen Aktionen ausgeschlossen werden?" Auf der Internetseite des Hundeparks sei auch nichts zu finden: "Es stand kein Auschluss von Rassen dort und auch wird darauf nirgends hingwiesen. Wir werden mit dieser Rasse diskriminiert und treffen dort auf kein Verständnis. Die Betreiberin hat sich weder unsere Hündin angeschaut, noch konnte sie beurteilen, wie sie mit anderen Hunden spielt." Die Hundebesitzerin hat sich nun an den Verein IG gegen Rassenlisten gewandt. "Es ist traurig, dass jetzt nicht nur Menschen aufgrund ihrer Herkunft und Aussehen beurteilt werden, sondern auch schon Hunde."

Auf Nachfrage dieser Zeitung bei der Betreiberin des Hundeparks, verwies diese auf ein Statement auf ihrer Facebook-Seite. Darin erklärte sie, dass sie aus Rücksicht auf andere Hundebesitzer gehandelt habe. Auch weitere Hunderassen würden nach solchen Vorfällen vom Spielen ausgeschlossen werden. Die Facebook-Seite des Hundeparks wurde in der Zwischenzeit deaktiviert.

Auch andere Hundebesitzer machten über Facebook ihrem Ärger Luft. Eine Nutzerin erklärte, dass auch ihre zehnmonatige Pitbullhündin nicht willkommen war. "Das Traurige ist, dass sie genau durch diese Aktion Recht behalten könnten: ein Welpe, der nicht spielen und nicht sozialisiert werden darf. Ein Welpe, der nicht sozialisiert ist und eventuell aggressiv wird. Es ist ein Teufelskreis", so der Kommentar einer weiteren Nutzerin.