Barsinghausen. Für die Barsinghäuser Beschäftigungs-Initiative (BBI) drohen erhebliche personelle Einschnitte und somit auch eine Gefährdung ihres Fortbestandes in der bisherigen Form. Weil dem Jobcenter weniger Budget zur Verfügung steht, werden die Gelder für geförderte Arbeitsstellen erheblich gekürzt – auch bei der BBI als Trägerin von Qualifizierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose. Damit die Beschäftigungs-Initiative ihre soziale Arbeit weiterhin fortsetzen kann, will die Stadt Barsinghausen in die Bresche springen und aus eigenen Mitteln drei zeitlich befristete Anleiterstellen in der BBI besetzen..
Die Folgen der Einsparungen sind für die Personalausstattung der Beschäftigungs-Initiative gravierend. So werden künftig nur noch maximal zwölf statt der bislang 17 Stellen für sogenannte Ein-Euro-Kräfte zur Verfügung stehen. Und von den sieben Anleitern, die zur Unterstützung der Ein-Euro-Kräfte zeitlich befristete und ebenfalls vom Jobcenter geförderte Stellen bei der BBI haben, erhält voraussichtlich nur noch ein Anleiter eine Job-Verlängerung.
Um Langzeitarbeitslose (wieder) an das Berufsleben heranzuführen und für den Arbeitsmarkt fit zu machen, übernimmt die BBI gemeinnützige und vom Jobcenter vorab für jeweils ein Jahr genehmigte Projekte. Zu diesen Projekten gehört unter anderem die Unterstützung für den Baubetriebshof und für die städtischen Hausmeister bei der Grünpflege und bei Veranstaltungen.
In der Barsinghäuser Stadtgesellschaft hinterlässt die BBI ebenfalls deutliche Spuren, wenn die Mitarbeiter zum Beispiel jedes Jahr die Weihnachtspyramide und die ebenfalls von der Initiative gefertigte Holzhütten für das Weihnachtsdorf am Thie aufbauen. „Das Weihnachtsdorf könnte ohne die BBI nicht existieren“, hieß es jetzt in der Sitzung des Sozialausschusses, wo Stadt-Mitarbeiterin Sandra Tegtmeyer und BBI-Leiter Matthias Bartels auf die prekäre Situation der 1992 gegründeten Einrichtung hinwiesen.
Zu den weiteren Projekten, die von den Ein-Euro-Kräften und deren Anleitern realisiert werden, gehören die Wegweiser an den Wanderwegen und der Bau überdachter Sitzgelegenheiten im Stadtgebiet, Verschönerungsarbeiten an den Grill- und Wanderhütten, der alljährlicher Auf- und Abbau von Amphibienschutzzäunen am Waldrand, und vieles mehr. Komme es zur Reduzierung des Personals bei den Anleitern und den Ein-Euro-Kräften, könne die BBI solche freiwilligen Leistungen im bisherigen Umfang nicht mehr erfüllen – und damit wäre dann auch die Beschäftigungs-Initiative nahezu hinfällig. „Es würde etliche Dinge nicht mehr geben, die für viele Barsinghäuser selbstverständlich geworden sind“, machte Sandra Tegtmeyer im Ausschuss deutlich.
Soweit wollen es die Stadtverwaltung und die Ausschussmitglieder aber nicht kommen lassen. Einstimmig votierte der Ausschuss dafür, dass die Stadt drei zeitlich befristete Anleiterstellen bei der BBI besetzt, um die Projekte mit den Ein-Euro-Kräften weiterhin ausführen und somit Leistungen für die Bürger erbringen zu können. Die Kosten für den Haushalt betragen rund 105.000 Euro.
„Die BBI ist eine fantastische Einrichtung, hier bekommen Menschen eine neue Chance. Das aufzugeben, wäre Wahnsinn“, sagte CDU-Ratsherr Max Matthiesen. Und SPD-Kollege Reinhard Dobelmann sprach mit Blick auf die BBI von „sinnvollen Projekten für die Gemeinschaft“ und davon, „Menschen wieder an Arbeit heranzuführen“.