Barsinghausen. Von Februar bis November 2025 bietet die Stadt Barsinghausen unter dem Titel „Ohne Moos nix los? – Armut und armutsensibles Handeln in der Kindertagespflege“ zahlreiche Veranstaltungen für die Betreuungskräfte an..
„Mit dieser umfassenden Fortbildungsreihe wollen wir im Rahmen der Präventionsketten eine entsprechende Haltung bei den Fachkräften aus der Kindertagespflege fördern“, beschreibt René Beck den Ansatz dieser Reihe. „Dabei wird die Perspektive von armutsbetroffenen Kindern und ihren Familien eingenommen, um Lösungsansätze zu diskutieren“, betont der Koordinator der Präventionsketten weiter.
„Der Startschuss erfolgte am 12. Februar mit einer Auftaktveranstaltung, für die wir Dr. Antje Richter-Kornweitz, Armutsforscherin und Diplom Pädagogin, gewinnen konnten“, berichtet René Beck. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen aus der Fachberatung Kindertagespflege, Mariela Chiarelli und Magdalena Nehrkorn, hat er diese umfangreiche Fortbildungsreihe geplant. „Es ist uns ein Anliegen, das Thema nicht zu tabuisieren, sondern mit einer armutssensiblen Haltung entgegenzutreten“, so René Beck weiter. Für Mariela Chiarelli und Magdalena Nehrkorn bietet die spezifische Fortbildungsreihe einen qualitativen Zugewinn in der Kindertagespflege.
Der Umgang mit Kinderarmut ist seit einiger Zeit ein strategisches Ziel im Kinderbetreuungsamt der Stadt Barsinghausen. Mehr als jedes fünfte Kind in Deutschland wächst in Armutslage auf. Auch in Barsinghausen sind circa 20 Prozent der Mädchen und Jungen im Alter bis zu zehn Jahren davon betroffen. Für zwei Drittel der betroffenen Kinder ist dies sogar ein Dauerzustand. Dabei hat das Aufwachsen in Armut vielfältige, umfangreiche und nachhaltige Folgen für die gesunde Entwicklung der Kinder. „Dem wollen wir mit einer armutspräventiven Strategie entgegenwirken“, berichtet Henning Schünhof, Bürgermeister der Stadt.
Die Fortbildungsreihe ist auf unterschiedliche, halbtägige Fortbildungsformate angelegt und für die Teilnehmenden kostenlos. Sie besteht aus Workshops, die in vier Themenblöcke eingeteilt sind, und soll den Betreuungskräften Hintergrundwissen zu Aspekten wie Armutslagen, Armutssensibilität, Gesundheit und Armut, Partizipation, Resilienz, Netzwerkarbeit vermitteln. „Die Kombination aus fachlichem Input sowie Diskussions- und Reflexionsmöglichkeiten über einen Zeitraum von zehn Monaten sichert eine nachhaltige Verankerung der erarbeiteten Inhalte“, sagt René Beck.
Er betont weiter, dass durch den Austausch der Kindertagespflegepersonen die sozialraumbezogene Zusammenarbeit sowie das Lernen von- und untereinander gefördert wird.