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Wennigser helfen Wennigser!

Manuel Herrmann und Manuela Streibel, die demnächst in Gehrden hinter dem Tresen stehen werden. Dort werden sie von Mitarbeiterin Patricia Schwarz in ihren neuen Job eingearbeitet. Geschäftsführer Steffen Döring (Zweiter von links) freut sich über den Deal.

Wennigsen.

Derzeit ist eine große Hilfsbereitschaft quer durch alle Bevölkerungsschichten der Gemeinde Wennigsen zu spüren. Das gilt auch unter den Gewerbetreibenden, die größtenteils der starken Werbegemeinschaft WIG angeschlossen sind. Zu den Mitgliedsbetrieben zählt auch der EDEKA-Ladage-Frischemarkt an der Hauptstraße.

„Wir haben dringend Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften, damit wir weiterhin dafür sorgen können, dass die Wennigser bei uns alle Produkte einkaufen können, die sie auch sonst gewohnt sind, zu kaufen“, sagt Geschäftsführer Steffen Döring. Er ist gleichzeitig Mitglied im Vorstand der WIG und entsprechend gut vernetzt.

Diese guten Kontakte nutzte der Geschäftsmann nun zu einer ungewohnten Aktion, indem er Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Betrieben und Unternehmen beschäftigt, die derzeit keinen Job haben, bzw. sich in Kurzarbeit befinden. Und so traf er gemeinsam mit dem Cateringunternehmer Manuel Herrmann aus Holtensen sowie dem Hotel- und Restaurantbesitzer Nico Christou aus Wennigsen eine Verabredung. Er übernahm von den beiden Betrieben einen Teil der Mitarbeiter. Für Nico Christou, Inhaber von drei Hotel-Restaurants in Wennigsen, Steinkrug und Ihme-Roloven, war von der Idee sofort „Feuer und Flamme“. Er startete innerhalb seiner aktuell noch 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Aufruf, wer Interesse hat, bei EDEKA-Ladage als „Aushilfe“ im Supermarkt mitzuarbeiten. „Ich war total erfreut, dass sich derzeit vier meiner Mitarbeiter dafür entschieden haben, auf Zeit den Job zu wechseln“, sagt Christou. Je nach Bedarf arbeiten die gelernten Hotel- oder Restaurantmitarbeiter nun an der Kasse, oder helfen, im Markt die Waren aufzufüllen.

Besonders hart hat die Corona-Krise auch den Holtenser Caterer Manuel Herrmann und sein Unternehmen getroffen. „Ich habe zeitweise bis zu 45 Mitarbeiter, die nun alle ohne Job sind“, sagt er. Gerade die Familienfeiern, wie zum Beispiel Hochzeiten, die jetzt abgesagt werden, reißen bei ihm ein später kaum zu stopfendes Loch in die Unternehmenskasse. „Die jetzt abgesagten Feiern sind kaum eins zu eins zu wiederholen“, weiß Herrmann. Auch er startete einen Aufruf, auf den sich rund ein Dutzend Mitarbeiter meldete, um zeitweise in den Supermärkten mitzuarbeiten. Er selbst geht mit seiner Lebensgefährtin Manuela Streibel mit bestem Beispiel voran: „Wir stehen jetzt aushilfsweise in der Fleisch- und Wurstabteilung im Gehrdener Markt hinter dem Tresen.“ Für Döring eine naheliegende Aufgabe: „Die beiden kennen sich doch als Caterer bestens mit Fleisch- und Wurstprodukten aus, das passt.“

Steffen Döring möchte aber in jedem Fall festgehalten wissen, dass alle „Aushilfskräfte“ entsprechend in ihre Aufgaben eingewiesen werden, entsprechende Schutzkleidung tragen - wenn sie in Frischeabteilungen arbeiten – und natürlich fest angestellt sind, sodass sie selbstverständlich kranken- und rentenversichert sind.