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Gemeinde Wennigsen bezieht Stellung zur Verschiebung der Hauptstraßensanierung

Wennigsen.

Die Ausschreibung der Sanierung der Wennigser Hauptstraße muss wiederholt werden. Bürgermeister Christoph Meineke hat die Vergabe des Bauvorhabens Hauptstraße gestoppt. „Die Bieter sind am Dienstag Nachmittag darüber informiert worden, dass kein Zuschlag erfolgt und das Verfahren erneut gestartet wird“, erklärte er.

Gestern hat er den Verwaltungsausschuss der Gemeinde Wennigsen (Deister) in einer nicht-öffentlichen Sitzung informiert. Die Gemeinde Wennigsen hatte eine Ausschreibung aufgrund ihrer Größenordnung über die Region Hannover durchgeführt. Der Kostenrahmen wurde ursprünglich mit rund 3,5 Mio. Euro geschätzt. Drei Angebote sind abgegeben worden. Diese lagen bei rund 5 Mio. Euro aufwärts, teilweise sogar deutlich über sechs Mio. Euro. Damit ist das Kriterium der Unwirtschaftlichkeit gegeben. „Wir werden jetzt das Leistungsverzeichnis kritisch prüfen, überarbeiten und wollen im Winter neu ausschreiben“, erklärt der Bürgermeister.

Ein Grund für die hohen Preise ist wohl der für den Oktober geplante Baubeginn. Ursprünglich sollte es am 7. Oktober losgehen. Umleitungsstrecken für Autos und Busse waren bereits geplant und genehmigt. „Die Konjunktur läuft heiß! Wir werden den Firmen mehr Zeit geben, zu kalkulieren und die Baustelle für die erste Jahreshälfte 2020 terminieren.“ Zugleich erhofft sich die Gemeinde dadurch besseren Wettbewerb durch mehr anbietende Fachfirmen.

Die nächsten Schritte werden nun mit dem Ingenieurbüro BPR geplant und den politischen Gremien vorgestellt. Eine grundlegende Ãœberarbeitung und Neuplanung nach mehr als sechs Jahren Diskussion sieht der Bürgermeister allerdings kritisch. „Die Preise steigen auf breiter Front, nun selektiv an einzelnen Punkten Neu- und Umplanungen zu starten, in der Hoffnung ein paar Euro zu sparen bringt uns nicht weiter“, erklärte der Hauptverwaltungsbeamte. Rat, Verwaltung und die Arbeitsgruppe mit Vertretern der Anlieger und Wirtschaftstreibenden haben von Anfang an auf ebenso zukunftsweisende wie kosteneffiziente Lösungen geschaut. Auch die Diskussion um Kreisel oder Kreuzung bei Heitmüller dürfte nicht neu entfacht werden – „was entschieden ist, ist entschieden“, so der Bürgermeister.  

Der Bürgermeister hat die Vorsitzenden der Wirtschaftlichen Interessengemeinschaft (WIG) kurzfristig informiert. Die Wirtschaftsvertretung hat stets Wert auf eine Hauptstraßenzufahrt zum Weihnachtsgeschäft gelegt, was nun störungsfrei gewährleistet ist. Allerdings mussten auch Forderungen der Gewerbetreibenden wie Durchfahrtsmöglichkeiten, Vertragsstrafen gegenüber dem Bauunternehmen und Fristsetzungen abgewogen werden und wurden nur zum Teil in die Ausschreibung aufgenommen.

Auch der Verein Historisches Freischießen ist unterrichtet, dass es durch die Aufhebung zu einer zeitlichen Neuberechnung der Abschnitte kommen muss. Wennigsens großes Fest findet Mitte Juni kommenden Jahres statt und wird traditionell in der Ortsmitte mit Ausmärschen und Fahnenschwenken gefeiert. „Der kommandierende General Rogge ist entspannt“, berichtet der Bürgermeister nach einem kurzfristig anberaumten Telefonat.

Insgesamt sind 70 Wochen Bauzeit terminiert. Die Hauptstraße muss von Grund auf saniert werden. Insbesondere müssen große Regenwasserkanäle in den Untergrund eingebracht werden und Hausanschlüsse erneuert werden. Rücksicht genommen werden muss auf die Vielzahl an Leitungen, die sich um Untergrund befinden und teilweise mit erneuert werden. Darunter Gas, Breitband-Internet und Telefon sowie Frischwasser. Die Oberfläche soll barrierefrei gestaltet werden, der Verkehrsfluss optimiert, Gefahrenstellen verringert und zahlreiche neue Bäume gepflanzt werden.

In den zurückliegenden Monaten hatte es zahlreiche Bodenuntersuchungen und Sondierungsgrabungen gegeben, um das Bauvorhaben optimal vorzubereiten. Im Vorfeld der Ausschreibung sind auch noch neue Auflagen hinzu gekommen. Die Region Hannover als Denkmalschutzbehörde beispielsweise forderte umfangreiche archäologische Begleitung des Umbaus der Kreuzung Heitmüller, falls dort im alten Klosterumfeld historische Exponate freigelegt werden.