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Digitalter Feldtag: Landwirtschaft stellt sich der Zukunft

Bredenbeck.

Bredenbeck war am Mittwoch Schauplatz der digitalen Landwirtschaft. Mehrere Traktoren der Firma Case standen auf und rund um das Rittergut der Freiherren Knigge. Verantwortlich ist der Bredenbecker Ekki Hertell (59), der einen digitalen Feldtag in die Realität umgesetzt hat. Rund 1000 Landwirte aus dem ganzen Bundesgebiet klinkten sich live in die Präsentationen auf dem Rittergut und den angrenzenden Feldern ein und bestaunten die Neuigkeiten der Marke Case auf diesem "digitalen Feldtag".

"Wir haben vier Monate auf den heutigen Tag hingearbeitet", freut sich Philipp Hertell (28), der in der Fachagentur für Landwirtschaft für alles Neue zuständig ist. "Wir sind die Übersetzer, unser Job als Agentur ist es, die technischen Möglichkeiten zu kommunizieren und zu verteilen", skizziert Hertell seine Aufgabe. Seit 1997 ist Hertells Unternehmen AT Promotion in der Gemeinde Wennigsen ansässig - zunächst in Holtensen, dann in Bredenbeck. "Wir haben 2012 mit Showtrucks begonnen", zeigt Hertell auf den seitlich aufgeklappten Trailer, der eine riesige LED-Videowall beinhaltet. Im Inneren - hinter der Wall - sitzt Sohn Philipp und überprüft noch einmal alles: "In knapp 30 Minuten geht es los, dann sind wir live", fiebert er dem Höhepunkt schon entgegen. Mehre PCs, zahlreiche Monitore und Kilometer an Kabeln sind im Truck und rund um das Rittergut eigens verlegt worden. "Wir machen diese Show heute eben nicht virtuell, sondern real. Das ist der große Unterschied. Es gibt keine Simulationen am Rechner, sondern wir zeigen, wie die Maschinen auf dem Feld arbeiten".

Und das ist beeindruckend. Denn mit den neuen "smart farming"-Lösungen wird die Landwirtschaft komplett vernetzt. "Man kann aus dem Büro den Schlepper in Echtzeit verfolgen, alles wird genauestens dokumentiert. Keine Diskussionen mehr, ob zu viel oder zu lange Dünger aufgetragen wurde. Klar nachvollziehbar, wie viel Samen ausgesät worden ist. Das ist die modernste Form der Landwirtschaft, die es momentan gibt", zeigt sich Hertell von den Traktoren begeistert. Techniker können sich im Störfall direkt auf dem Feld auf den Traktor aufschalten und sich auf die Fehlersuche begeben.

Dass das Rittergut der Knigges zur Kullisse wurde, lag auf der Hand: "Das ist ein wunderschöner Ort, dem man aber auch die Landwirtschaft klar ansieht. Wir können direkt aufs benachbarte Feld schalten und die Live-Präsentationen durchführen." Doch in Zeiten von Datenschutz ist das alles nicht so einfach. "Wir haben ein eigenes WLAN entwickelt und aufgebaut, damit wir dem Datenschutz genügen", erklärt Hertell.

Am Ende hat alles geklappt, der digitale Feldtag war ein Riesenerfolg. Und Bredenbeck war bundesweit zum Thema Landwirtschaft an der Spitze der digitalen Landwirtschaft.