Region. Vor rund einem Jahr hat die Region Hannover die Sprachförderinitiative auf den Weg gebracht, um die gestiegenen Sprachförderbedarfen von Kindern aufzufangen. ​Die Sprachförderinitiative verfolgt mehrere Ziele: zusätzliche Sprachförderkräfte fördern, die sogenannten Sprach-Kitas stabilisieren, dem Fachkräftemangel entgegenwirken sowie die Kitas bei der Ausstattung und Digitalisierung unterstützen.
Zusätzliche Sprachförderkräfte fördern
Immer mehr Kinder in Kitas benötigen zusätzliche Sprachförderung. Die Region Hannover ergänzt die alltagsintegrierte Sprachbildung der Kitas durch zusätzliche Angebote der individuellen Sprachförderung sowohl mit eigenen Sprachförderkräften als auch durch die Förderung zusätzlicher Sprachförderkräfte, die dezentral direkt bei den Kita-Trägern und Kommunen angestellt werden. Dadurch erhalten rund 500 Kinder in 30 Kitas derzeit zusätzliche Sprachförderangebote. Allerdings sind noch nicht alle Stellen, die bei Trägern und Kommunen mit Hilfe der Regionsförderung eingerichtet wurden, besetzt. Zum Sommer 2025 ist darüber hinaus eine weitere Ausbaustufe geplant. Wenn diese umgesetzt ist, könnten weitere 390 Kinder versorgt werden. Um Trägern und Kommunen die Personalgewinnung zu erleichtern, hat die Region sehr flexible Zugangsvoraussetzungen geschaffen, sodass auch Berufsgruppen wie Logopäden oder Sprachheiltherapeutische Kräfte angesprochen werden können. Darüber hinaus unterstützt die Region Hannover die Fachkräfte, die als Sprachförderkraft tätig werden, mit der Finanzierung von Fort- und Weiterbildung und begleitender Fachberatung.
Sprach-Kitas stabilisieren
Das Bundesprogramm der Sprach-Kitas ist zur Jahresmitte 2023 ausgelaufen. Die aktuelle Landesrichtlinie ist befristet und läuft noch bis zum 1. August 2025. Auch wenn das Land die Förderung fortführen will, bedeuten die befristeten Förderungen für Träger und die Sprachförderkräfte eine erhebliche Planungsunsicherheit. Ein großes Problem ist auch hier die Personalgewinnung. 14 Stellen für Sprachförderkräfte in Sprachkitas sind bislang besetzt, während weitere sechs Stellen vakant sind. Die Region hat als Baustein der Sprachförderinitiative für die Kommunen mit Sprachkitas zusätzliche Fördermittel zur Verfügung gestellt, um längerfristige Planung zu ermöglichen. Zum einen können die Träger und Kommunen mit diesen Mitteln über die aktuellen Laufzeiten der Landesrichtlinien hinaus planen und so zum Beispiel längerfristige Beschäftigungsverhältnisse für Sprachförderkräfte anbieten. Zum anderen können die Mittel genutzt werden, um vorhandene Beschäftigungsverhältnisse dort aufzustocken, wo es nicht gelingt, Personal im Rahmen der Landesrichtlinie Sprachkitas zu gewinnen. Oder sich Berufsgruppen finden, wie zum Beispiel Logopäden, die nicht im Rahmen der Landesförderung neu eingestellt werden können.
Dem Fachkräftemangel entgegenwirken
Die Sprachförderinitiative fördert gemeinsam mit Bildungsträgern Fort- und Weiterbildungen für pädagogische Fachkräfte. Ein Schwerpunkt ist die Weiterbildung zur „Fachkraft Sprache“, die das verdi-Bildungswerk umsetzt. Vermehrt bieten Träger auch besondere, höher dotierte Einsatzstellen an. Mit solchen „Fachkarrieren“ sollen Fachkräfte in Kitas die Möglichkeiten erhalten, sich fachlich und beruflich weiterzuentwickeln. Außerdem soll dadurch das Berufsbild von Erzieher*innen attraktiver werden.
„Der Fachkräftemangel wird immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt. Es reicht nicht, nur Geld anzubieten, es braucht Perspektiven und Konzepte, Personal zu gewinnen und vor allem langfristig zu binden“, betont Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziales, Teilhabe, Familie und Jugend. „Hier wünschen wir uns, dass wir noch weitere Kooperationspartner*innen gewinnen können – denn sicher ist: Zusätzliche Maßnahmen sind dringend notwendig, um den gestiegenen Bedarf an Sprachförderung abzudecken und die Kommunen bei dieser großen Aufgabe zu unterstützen!“
Ausstattung und Digitalisierung für Kitas
Die Richtlinien für die Qualitäts- und Digitalisierungsförderung in Kitas fördern qualitätsförderliche Bau- und Ausstattungsmaßnahmen. Dies können beispielsweise Maßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik sein, um bessere Voraussetzungen für die Sprachförderung zu schaffen. Mit den Maßnahmen werden auch die Arbeitsbedingungen für die Fachkräfte in Kitas verbessert, was die Arbeitszufriedenheit in den Kitas fördert und ein weiterer Baustein ist, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Im Bereich der Digitalisierung wird etwa die Beschaffung von Hardware wie Tablets oder die Einführung von Fachsoftware gefördert, wenn diese für die Umsetzung sprachförderliche Konzepte eingesetzt wird. Dies betrifft den Einsatz in Sprachförderprojekten sowie die Sprachstands-Feststellungsverfahren und der Entwicklungs-Dokumentation. Im Jahr 2024 wurden erhebliche Mittel von den Trägern und Kommunen beantragt. Für Maßnahmen im Bereich der sprachförderlichen Ausstattung wurden 56.000 Euro beantragt, für sprachförderliche Digitalisierungskonzepte sogar 453.000 Euro.