Springe. Am 29. März verwandelte sich die Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums in eine Bühne der Begegnung. Bereits zum elften Mal fand das inklusive Mitmachtheaterprojekt in Kooperation mit der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland und der Kunstschule NOA NOA statt – und wieder einmal bewies es, wie kraftvoll und berührend Theater sein kann, wenn es Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammenbringt.
Die Schüler und die Bewohner der Lebenshilfe hatten sich im Vorfeld ihre Rollen selbst ausgesucht – darunter bekannte Figuren wie Mary Poppins, Mogli, Sherlock Holmes und Watson. Theaterpädagogin Annabell Reymann schaffte es, all diese Charaktere geschickt zu einer fantasievollen Geschichte zu verweben, die das Publikum fesselte.
Rund 20 Schüler und zehn Bewohner der Lebenshilfe standen gemeinsam auf der Bühne. In den Wochen zuvor hatten sie unter der Leitung von Reymann das Stück entwickelt. Während eines AG-Termins entstanden Zeichnungen und Bilder, die als Grundlage für das digitale Bühnenbild dienten. Die Teilnehmer arbeiteten in Tandems, wobei die Schüler ihre Partner unterstützten und ihnen Sicherheit auf der Bühne gaben.
Ein besonderes Highlight war die technische Umsetzung: Die Technik-AG des OHG bereicherte die Aufführung mit stimmungsvoller Beleuchtung, passendem Ton und vielfältigen Spezialeffekten, die das Geschehen auf der Bühne noch lebendiger machten.
Das Publikum wurde nicht nur als Zuschauer einbezogen, sondern durfte aktiv mitgestalten – ein Kernelement dieses besonderen Theaterformats. Es wurde gelacht, mitgefiebert und am Ende mit tosendem Applaus belohnt. Die Atmosphäre war von Beginn an herzlich und offen, und man spürte, wie sehr das gemeinsame Theaterspielen Barrieren abbauen und Verbindungen schaffen kann.
Dass das Projekt auch in diesem Jahr stattfinden konnte, ist der Unterstützung des Fördervereins des OHG, der Lebenshilfe Springe e.V., des Lions Clubs Springe und von Avacon zu verdanken. Mit Landtagsabgeordnetem Brian Baatzsch als Schirmherr erhielt es zudem prominente Unterstützung.
Die Aufführung zeigte eindrucksvoll, dass Inklusion mehr ist als ein Konzept – sie kann gelebt und gefeiert werden. Dieses Theaterprojekt hat einmal mehr bewiesen, dass Kunst Brücken baut und jeder Mensch eine Bühne verdient. Man darf gespannt sein, welche Geschichte die Gruppe im nächsten Jahr erzählen wird.